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1,3 Millionen Euro Seed-Finanzierung für Mindpax

Mindpax misst mithilfe eines Armbands in Verbindung mit einer E-Health-Plattform Parameter von PatientInnen mit psychischen Störungen, um Frühwarnsignale an das behandelnde ärztliche Fachpersonal zu senden. Für die Expansion kann sich das Medtech-Startup nun 1,3 Millionen Euro Seed-Finanzierung sichern.

Mindpax hat eine personalisierte E-Health-Plattform mit einer App entwickelt, die die Entwicklung von psychischen Krankheiten kontinuierlich und langfristig über ein Wearable erfassen soll. Das Monitoring objektiver physiologischer Daten, der Stimmung sowie situationsabhängiger Faktoren sind die Basis für die Visualisierung des Tagesablaufs. Diese Daten sollen den PatientInnen und das behandelnde ärztliche Fachpersonal dabei unterstützen, Frühwarnsignale zu erkennen und so die Behandlung anzupassen. Dadurch soll die Dauer einer Krankheitsepisode und eines Krankenhausaufenthaltes reduziert oder ganz vermieden werden.

Expansion in Europa vorantreiben

Für diesen innovativen Ansatz hat das Startup nun 1,3 Millionen Euro von tschechischen Investoren erhalten. Damit sollen die Teams in Prag und München weiter ausgebaut werden, um die Expansion in Europa voranzutreiben. Investiert haben Nation 1, Redwood Capital sowie die privaten Investoren Ivan Hruska und Vlastimil Palata.

Mindpax hat außerdem eine Webseite im Zusammenhang von Covid-19 gestartet, die von PsychologInnen und ÄrztInnen moderiert wird. Sie unterstützen Patienten mit bipolarer Störung und Depression durch kostenlose Psychoedukation gegen Ängste.

Von der erfolgreichen klinischen Studie zur Anwendung

Die Behandlung von bipolaren Störungen ist schwierig und birgt ein hohes Rückfall-Risiko.

„Diese chronische psychische Krankheit ist durch abwechselnde Zustände von Manie und Depression gekennzeichnet, die bis zu mehreren Monaten andauern können. Sie ist mit hohen Selbstmordraten von bis zu zehn Prozent verbunden“, erklärt Dr. Filip Spaniel. Gemeinsam mit Soňa Sikorová, Pavel Nevický, Jan Novák, und Daniel Novák hat er Mindpax gegründet.

Zu Beginn hat das Team untersucht, welche Faktoren die Entwicklung des Krankheitsverlaufs beeinflussen, bei einer bipolaren Erkrankung sind das Parameter wie Schlaf und körperliche Aktivität des Patienten.

„In unserer klinischen Studie mit 350 Patienten konnten wir sehen, wie wir die Entwicklung der Krankheit vorhersagen und dazu beitragen können, sie wirksamer zu behandeln“, sagt Daniel Novák, Leiter des Analyseteams.

Klinische Studien mit Schwerpunkt auf bipolaren und psychotischen Störungen

Das Mindpax-Monitoringsystem mit Armband wird in einer Längsschnittforschung in Mitteleuropa eingesetzt. An der AKTIBIPO400-Studie in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für psychische Gesundheit (NUDZ) sind 350 bipolare PatientInnen und mehr als 100 PsychiaterInnen aus der gesamten Tschechischen Republik und der Slowakei beteiligt. 200 PatientInnen haben bereits die volle Studiendauer von 18 Monaten abgeschlossen, 50 weitere folgen in den nächsten sechs Monaten. Im Laufe des Jahres 2020 werden weitere klinische Studien mit Schwerpunkt auf bipolaren und psychotischen Störungen durchgeführt. Dafür kooperiert Mindpax nach eigenen Angaben mit spezialisierten Kliniken und Universitäten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich, USA und Kanada.