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Immunic schließt globalen Options- und Lizenzvertrag mit Daiichi Sankyo ab

Martinsrieder Biotech-Spezialist erwirbt exklusive weltweite Rechte an Medikamentenentwicklungsprogramm mit neuem therapeutischem Target zur Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Die Immunic AG hat eine Vereinbarung mit der Daiichi Sankyo Co., Ltd. abgeschlossen. Demnach erhält Immunic das exklusive Recht auf eine globale Lizenz an dem von Immunic als IMU-856 bezeichneten Wirkstoff und weiterer zugehöriger Substanzen. Diese neue Gruppe von Wirkstoffen zielt auf ein bisher nicht beschriebenes therapeutisches Target, das einen neuen Ansatz zur ursächlichen Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ermöglicht. Das Entwicklungsprogramm enthält mit IMU-856 eine oral verfügbare Leitsubstanz, die derzeit zur Vorbereitung von klinischen Phase-1-Tests präklinisch auf Sicherheit und Verträglichkeit untersucht wird. Immunic übernimmt damit die Verantwortung für die weitere präklinische und klinische Entwicklung.

Einmalzahlung für Daiichi Sankyo

Daiichi Sankyo erhält eine Einmalzahlung für die Ausübung der Lizenzoption sowie eine Reihe von Meilensteinzahlungen und Royalties in nicht genannter Höhe.

„Dieses Produkt eröffnet die einmalige Chance, CED ursächlich zu behandeln und wirkt damit völlig anders als alle bisher verwendeten Arzneimittel in diesem Bereich. Bisher führen die meisten Medikamente durch die unbeabsichtigte Herunterregulierung des Immunsystems zu einem erhöhten Risiko von schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Infektionen oder einer möglichen Tumorentstehung”, erklärt Dr. Andreas Mühler, leitender Arzt und CMO der Immunic AG. „Es gibt einen enormen Bedarf an effektiven Therapien für CED, die eine langfristige, schubfreie Behandlung ermöglichen, dabei aber das Immunsystem intakt lassen.”

IMU-856: Neuer Wirkstoff zur Behandlung von CED

IMU-856 stammt aus den Laboren von Daiichi Sankyo. Der Wirkstoffkandidat ist das Ergebnis einer genetischen Validierung des Zielproteins und der in vivo-Bestätigung der Daten mit Hilfe von therapeutischen Modellen. Daiichi Sankyo hat dabei hochselektive und potente neue Wirkstoffmoleküle gefunden und weiterentwickelt. Dazu wurden ein systematisches Screening und strukturbasierte Designmethoden verwendet. Da die Erkrankung CED nicht zu den Therapiegebieten von Daiichi Sankyo gehört, hat das Unternehmen beschlossen, dieses Projekt in der späten präklinischen Phase aus zu lizenzieren.

IMU-856 befindet sich zurzeit in fortgeschrittenen präklinischen Tests. Immunic plant den Start der ersten klinischen Phase 1 in gesunden Probanden in naher Zukunft, wie das Unternehmen verlauten ließ.

Das Molekül ist Teil einer ganzen Serie von Substanzen, die eine neue Wirkweise nutzen und erstmalig die Behandlung von CED an seinen Ursachen ermöglichen sollen. Die Substanz und das Konzept sind durch mehrere Patentanmeldungen von Daiichi Sankyo geschützt.

Synergien mit dem Immunic Portfolio

Diese Vereinbarung ermöglicht Immunic Zugang zu einem neuen Produkt mit Synergiemöglichkeiten innerhalb des Entwicklungsportfolios von Immunic, ganz besonders zu IMU-838, welches sich zurzeit in der klinischen Phase 2 in Patienten mit Colitis Ulcerosa befindet. IMU-838 ist ein oral verfügbarer, selektiver Immunmodulator der zweiten Generation und inhibiert das Enzym „Dihydroorotatedehydrogenase” (DHODH). Dieses spielt eine Schlüsselrolle im Metabolismus aktivierter Lymphozyten, während es andere Immunzellen weitestgehend unbeeinflusst lässt, die damit auch weiterhin erfolgreich Infektionen bekämpfen können.

„Die selektive Immunregulation mit IMU-838 kombiniert mit dem neuen Wirkprinzip von IMU-856 kann bei der Therapie von CED zu einem großen Schritt nach vorne und über den gegenwärtigen Stand der Therapie dieser Erkrankung hinausführen”, kommentiert Dr. Hella Kohlhof, Forschungsleiterin und CSO der Immunic AG.