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Pieris zapft 22,7 Mio. US-Dollar

08.07.2015 - Bei einer Kapitalerhöhung an der Nasdaq in New York hat Pieris wie geplant mehr als 9 Mio. Aktien plaziert. Das ergibt einen Nettoertrag von 22,7 Mio. US-Dollar.

Die 9,1 Millionen frischen Aktien werden seit Ende Juni an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Zuvor waren Pieris-Aktien nur im US-Freiverkehr erhältlich. Die Ausgabe der Aktien spülte dem Unternehmen mit Wurzeln im bayerischen Freising rund 22,7 Mio. US-Dollar netto in die Kasse. Innerhalb von 30 Tagen könnten noch etwas mehr als 3 Mio. US-Dollar hinzukommen, sollten etwaige Mehrzuteilungsoptionen für rund 1,3 Millionen Aktien zum Preis von 2,75 US-Dollar je Aktie vollständig plaziert werden. 

Bereits zum Jahresende 2014 hatte Pieris ein Börsenlisting im US-Freiverkehr vollzogen. Damals war die US-Tochter Pieris Inc. in den Börsenmantel der Firma Marika geschlüpft. Nachdem Pieris Inc. einen Aktientausch mit der deutschen Pieris AG durchgeführt hatte, war das Freisinger Unternehmen auf einen Schlag die Tochter der börsennotierten Pieris Inc. Damals wurden zudem 12,23 Mio. US-Dollar in einer Privatplazierung erlöst und die öffentliche Plazierung von Aktien an der Nasdaq als Ziel ausgegeben.

Mit dem Kapital soll die weitere Entwicklung der hauseigenen Anticalin-Technologie-Plattform vorangetrieben werden. Die durch Proteindesign künstlich erzeugten Proteine sind strukturell von natürlich vorkommenden Lipocalinen abgeleitet. Die Antigen-bindenden Moleküle bestehen aus etwa 180 Aminosäuren und sind mit einer Molekülmasse von unter 20 kDa etwa acht mal kleiner als Antikörper vom IgG-Typ. Pieris‘ Leitsubstanz PRS-080 bindet an den Hepcidin-Rezeptor und soll zur Behandlung von Anämien eingesetzt werden. Mitte Juni wurde in einer Phase I-Studie planmäßig der letzte Patient aufgenommen.

Anticaline wurden maßgeblich von der Forschergruppe um Arne Skerra an der Technischen Universität München (TUM) entwickelt. Wie aus den Registrierungsunterlagen ersichtlich ist, läuft derzeit ein Schiedsverfahren zwischen Pieris und der TUM hinsichtlich der Zahlung von Lizenzgebühren. Während Pieris eine Zahlung von 400.000 Euro für angemessen hält, fordert die Universität 3,4 Mio. Euro.

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